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Die Burgunderkriege Die Schlacht bei
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Mit Rudolf Montigel, dem letzten Montigel dieser Zeit, dem Dichter der Lieder von der “Ewigen Richtung mit Österreich (1474) und von der Schlacht bei Grandson (1476), dessen Name uns aus der Schweizer Literaturgeschichte erhalten blieb, erleben wir nun eine entscheidende Episode der europäischen Geschichte, nämlich die sogenannten Burgunderkriege (1476): Der kriegerische Zusammenstoß zwischen dem mächtigen Herzogtum Burgund und der Schweizer Eidgenossenschaft der “acht Alten Orte” (Schwyz, Uri, Unterwalden, Zug, Glarus, Bern, Luzern, Zürich, dazu die Städte Freiburg im Üchtland und Solothurn) besiegelte das Schicksal und den Untergang Burgunds, das ein “Reich der Mitte” zwischen Frankreich und Deutschland werden hätte können. Und vielleicht hätte damit die europäische Geschichte der späteren Zeiten eine ganz andere Wendung genommen. |
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Dementsprechend hatte Sigmund von Österreich im Jahre 1469 das Oberelsass und einen Teil seiner rechtsrheinischen Besitzungen an Karl von Burgund gegen 50.000 Gulden verpfändet. Der neue burgundische Landvogt im Elsass, Peter von Hagenbach, machte sich dort durch eine brutale und rücksichtslose Verwaltung bald verhasst. Bern, das mit den elsässischen und oberrheinischen Städten der “Niederer Vereinigung” freundschaftliche Beziehungen unterhielt, machte den Herzog von Burgund auf den Vorgang aufmerksam, jedoch ohne Erfolg. Die Eidgenossen spürten in der burgundischen Machtpolitik eine drohende Gefahr und versuchten nun, sich mit ihrem Erbfeind, dem Österreicher Sigmund, wieder zu verständigen. |
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Nach Verhandlungen Inzwischen hatte sich |
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Der Krieg brach aus. Im Frühjahr 1475 wurden das Waadtland (pays de Vaud) und das untere Rhonetal bis Martigny von den Bernern erobert. Der Zorn Karls des Kühnen war darüber so groß, dass er noch im Winter des Jahres 1476 die Jurapässe mit einem mächtigen Heer überschritt. Er belagerte zunächst das Städtchen Grandson am Neuenburger See, zwang es zur Kapitulation und ließ in seinem Zorn die unglückliche Besatzung aufhängen oder im See ertränken. Die Hauptmacht der Eidgenossen kam zu spät, um sie zu retten. Sie beschloss aber, die ermordeten Landsleute zu rächen und wendete entschlossen ihre Schritte gegen Grandson. Die “Alten Orte”, insgesamt 19.000 Mann (es fehlten noch die Straßburger Truppen und die österreichische Reiterei) standen am 2. März angriffsbereit vor Grandson. |
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Dem Herzog Karl war Auf den gleichen Zeitpunkt
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| Die Venner stiegen von den Rossen und nahmen die Banner selbst in die Hand (auf dem Marsch trug der “Pannervorträger” oder “Vorvenner” das Feldzeichen). Dann, “ohne alle Forcht oder Hindersichsehen”, stiegen sie über die mit Reben bedeckte Berglehne zur Ebene hinab, die Schützen, die der Herzog ihnen entgegengeschickt hatte, vor sich her treibend. Den Rücken dem Abhang zugekehrt, ordneten sie sich zum Kampfe, knieten nach alter Sitte nieder zum Gebet und flehten zum lieben Gott, “dass er ihnen den Wütrich von Burgund, der mit so großer Macht vor ihnen hielte, hulf überwinden.” |
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Dann erwarteten sie, |
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Es ging um die Mittagszeit. Das burgundische Heer war zum großen Teil noch in Anmarsch begriffen. Mit den Truppen, die ihm gerade zu Gebote standen, schritt Karl der Kühne zum Angriff. Er ließ seine Artillerie auffahren und in die dichtgedrängten Reihen feuern. Er hieß seinen Bogenschützen die Feinde mit einem Pfeilhagel überschütten und versuchte, durch eine Reiterattacke den festgefügten Haufen zu sprengen. Mit Todesverachtung stürmten die Reitergeschwader gegen den Riesenigel an. Aber unerschütterlich stand das Carré. Die Eidgenossen stießen den Reisigen die Spieße in die Nase. Der Graf Louis von Châteauguyon, ihr Führer, der sein Pferd in die Feinde eingezwängt hatte, sank tödlich getroffen nieder. Der Reiterschwarm stob auseinander. |
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Um die Schweizer mehr |
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In diesem Augenblick brachen neue Truppenmassen aus dem Walde auf der Höhe und unübersehbare Scharen wälzten sich vom Engpass von La Lance her. Es war die Hauptmacht der Eidgenossen. In der Sonne glitzerten die Harnische und Waffen, grimmig brüllten der Stier von Uri und die Harsthörner von Luzern. |
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Nun erfasste panischer |
Weit über Grandson hinaus wurde die Verfolgung fortgesetzt. Den Fliehenden kam es zustatten, dass die Sieger fast keine Reiterei zur Verfügung hatten; die Verluste der Burgunder wären sonst noch größer geworden. Sie ließen bloß ein paar hundert Tote auf dem Schlachtfeld zurück, ein Beweis für die Schnelligkeit, mit der sie davon gelaufen waren. |
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Da standen die zahlreichen Buden der Krämer und Marketender, die Spezereien, Tuchwaren, Speise und Trank in Hülle und Fülle enthielten. Da erhoben sich die Prunkzelte des Herzogs und seines Gefolges, die Geräte und Kostbarkeiten von unschätzbarem Wert bargen. Karl der Kühne war gewohnt, auch im Feldlager durch großartige Hofhaltung zu glänzen und hatte darum die wertvollsten Gegenstände mitgebracht. Da fanden die Sieger Seide und Sammet in Menge, und mancher trug nun ein Seidenwams, der vorher kaum einen zwilchen Kittel zu bezahlen vermochte. Da lagen silberne Kannen, Platten, Schalen, Becher, von denen manches Stück von einfältigen Knechten für Zinngeschirr verkauft wurde. |
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Rudolf Montigel kämpfte selbst in der Schlacht bei Grandson zusammen mit der Mannschaft von Luzern, obwohl er zur Zeit des Treffens nicht mehr ganz jung gewesen sein mag, da er von sich sagt: “Ich hat kein Hor, es ward mir graw”. Allein wir wissen, dass sich damals die Militärpflicht bis ins 60. Altersjahr erstreckte. Unser Dichter, der sonst nirgends als Bürger von Luzern erwähnt wird, wurde laut Beuterodel von Luzern bei Grandson verwundet und in Bern gepflegt: “item 4 Gulden von Montigels wegen, ist zu Bern wund gelegen.” Für sein Lied von Grandson: “Österreich, du schlafest lang…” erhielt er dann vom Stadrat zu Freiburg im Üchtland eine Belohnung: Im Compte Nr. 147 des Schatzmeisters von Freiburg, Guilaumme de Praroman, heißt es: “Pour le premier semestre de l’an 1476, item à Rudolf Montigel de Lutzern qui fait de la victoire faite contre le duc de Bourgoignie par devers Grandson, ordonné par Messeigneurs, 40 sols.” |
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